Samstag, 5. Februar 2011

Das blauweiße Auge vom Derby

Selten hätte man aus Borussen Sicht mehr an einem Derbysieg glauben können als diesesmal. 11 Tabellplätze vor den Gelsenkirchenern und doppelt soviele Punkte, nämlich 50 gegenüber 25. Aber, wie sagt man so schön, das Derby hat seine eigenen Gesetze. Trotzdem war die Stimmung bei den BVB-Fans vor dem Spiel zuversichtlich und fast schon fröhlich. Sprechchöre und Gesänge machten gleich deutlich, wer heute ein Heimspiel hat.

Die Dortmunder Mannschaft begann das Spiel mit atemberaubendem Tempo, Spielkombinationen vom Feinsten und einer totalen Feldüberlegenheit. Waren die Blauen dann doch mal im Ballbesitz, dann wurde ihnen dermaßen massiv zugesetzt, dass sie ganz schnell den Ball auch wieder hergeben mussten. Die Dortmunder Überlegenheit war beinahe schon unfassbar. Die Gelsenkirchener wurden im wahrsten Sinne des Wortes schwindlig gespielt. Borussia spielte sich zahlreiche glasklare Chancen heraus. Der Schalker Keeper machte nicht nur ein fehlerfreies Spiel; die Dortmunder Angriffe fehlte die finale Präzision und Durchschlagskraft. Irgendwie wollten sie es vielleicht zu schön machen oder hatten Angst vor der eigenen Courage. Die Kräfteverhältnisse änderten sich in der ersten Halbzeit kaum. In der Pause konnte man allenfalls ein dickes Fragezeichen dahinter machen, ob Borussia dieses irrwitzige Tempo beibehalten konnte. Man hatte ja den Eindruck, dass die Schwarzgelben doppelz soviel liefen wie die Blauweißen. Es war, als wollte Borussia den Gegner geradezu verschlingen.

In der Pause dürfte Schalketrainer Magath seinen Kickern aber wohl mitgeteilt haben, dass sie ruhig auch etwas mehr laufen dürften. Dortmund blieb zwar weiter dominant, aber das Spiel verlagerte sich mehr ins neutrale Mittelfeld. Die Schalker kammen weiterhin selten in die Dortmunder Hälfte; auch in der Abwehr stand der BVB deutlich besser als die Gelsenkirchner. Auch in der zweiten Hälfte gab es guter Dortmunder Torraumszenen, aber nicht mehr so häufig und zwingend wie zuvor. Irgendwie hatte man den Eindruck, dass es mit dem Tor nichts werden würde, denn zuviele Chancen waren schon vertan. Weit forgeschritten in der zweiten Halbzeit gab es dann doch mal einen gefährlichen Vorstoss der Gelsenkirchener. Ein Dortmunder Spieler konnte den Ball gerade noch vor der Linie wegschlagen; Roman Weidenfeller war bereits geschlagen. Das wär was gewesen. Wirklichen Druck konnten die Schalker aber nicht aufbauen. Auf der anderen Seite vergab unsere Mannschaft auch die letzten guten Chancen und beraubten sich so um den verdienten Sieg.

Fazit:

Das Spiel zwar nicht gewonnen; aber die aus der Tabelle sichtbaren Kräfteverhältnisse wurden klar bestätig. Die Nummer 1 im Pott sind wir. Die Schalker hatten Glück und dürfen sich bei ihrem sehr guten Torwart bedanken. Sie wurden zwar über weite Phasen in Grund und Boden gespielt, sind dann aber mit einem blauweißen Auge wieder nach Hause gefahren.Trotz des Unentschiedens hat die Dortmunder Mannschaft nicht enttäuscht. Sie hat über weite Strecken überragend gespielt und wird bis zum Saisonende noch das ein oder andere Spiel gewinnen. Und dann wird mansehen, wohin das geführt hat.

"Feindberührungen" gab es praktisch nicht. Es ist immer gut, wenn man sehr frühzeitig im eigenen Stadion ist. Nach dem Spiel ist man von der Südtribüne schneller am Bahnhof als aus dem Gästeblock und kann so den Kontakt vermeiden. Erst am Busbahnhof in Recklinghausen versuchte ein versprengter Schalkefan zu pöbeln. Das Beste ist solche Leute zu ignorieren. Das hat auch in diesem Fall geholfen. "Diskussionen" führen eh zu nichts.

Die beiden kleinen Videos stammen vor dem Spie. Zum einen ist der "freundliche Empfang" für die einlaufenden Schalker festgehalten Zum anderen das Kultlied "You`ll never walk alone" von der Südtribüne.

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