Samstag, 19. Februar 2011

Besuch aus dem Freudenhaus


"Zieht den Bayern die Lederhosen aus!" So wurde die Mannschaft nach Spielende vor der Südtribüne begrüßt. 2 : 0 hatte Borussia gegen die Kiezkicker vom FC St Pauli gewonnen. Nur ein Pflichtsieg? Aber immerhin war St Pauli erfolgreich in die Rückrunde der Saison gestartet und hatte zuletzt das Stadtderby gegen den großen HSV gewonnen.
So wurde der "Kultclub", wie er sich gerne selbst sieht, von einer großen und lautstarken Anhängerschaft begleitet. Die St Pauli Fans boten aus meiner Sicht den besten Support einer Gästemannschaft in Dortmund während der laufenden Saison, obwohl es für die Gäste in Dortmund keinen Blumentopf zu gewinnen gab.

Borussia machte wie gewohnt von Anfang an mächtig Dampf. Schon nach 90 Sekunden erfolgte der erste Schuss von Nuri Sahin aus aussichtsreicher Position. Es rollte Angriff über Angriff mit atemberaubenden Tempo und tollen Spielzügen. Was nicht fallen wollte war das Tor. Das kannte man doch schon? Pauli fand auf dem Spielfeld gar nicht statt. Fast schon hatte man sich abgefunden, das schlug dann doch noch Lucas Barrios, von Mitspielern bestens in Szene gesetzt zu. Endlich das erlösende 1:0!!! Ob jetzt der Knoten endlich geplatzt war? Nach der Halbzeit spielte der BVB ungewohnt auf die Nordtribühne. Pauli hatte die Platzwahl gewonnen und sich so eines vermeintlichen psychologischen Vorteils bedient. Half aber nichts. Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit machte Borussia da weiter, wo sie vorher aufgehört hatten. Diesesmal dauerte es aber keine 5 Minuten, bis es im Hamburger Tor einschlug. 2:0 durch...? Das Tor wurde per Lautsprecherdurchsage erneut Lucas Barrios zugeschlagen. Es war aber ein Eigentor. Aber ein schönes. Jetzt wurde im Stadion gefeuert. Meisterschaftsgesänge donnerten durch das Stadion. Auf dem Spielfeld wurde es hingegen ruhiger. Der BVB hatte einen gang raus genommen, blieb aber absolut spielbestimmend. Die Hamburger brauchten nichts zustande. Das wenige was kam wurde hinten souverän abgeräumt. Insbesondere Santana, der für den gesperrten Subotic eingesetzt worden war, zeigte großen Einsatz. Er wurde mit Sprechchören gefeiert. Er war um keinen Deut schlechter als Subotic. Gortmunds Trainer Jürgen Klopp hat da die Qual der Wahl.

Wieder 3 Punkte und Bayern und Leverkusen können spielen wie sie wollen. Jetzt kommt es am kommenden Wochenende zum direkten Vergleich in München. Auch dort hat der BVB Chancen. Letztlich kommt es aber nur darauf an, ob der BVB aus den letzten 11 Spielen soviele Punkte holt, dass die anderen nicht mehr dran kommen. Mit jedem Sieg steigt die Zuversicht!

Das Bild zeigt den neu verlegten Rasen vor dem Spiel. "Spucken verboten," hatte es in einer Karrikatur dazu geheißen.

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