Sonntag, 27. Februar 2011
Borussia haut die Bayern weg!
"Wir hauen die Bayern weg," hatte Kevin Großkreuz vor dem Spiel großmundig verkündet. Gut, dass Borussia bisher eine unglaublich gute Saison spielt und auch für die Bayern kein Kanonenfutter sein würde, war schon klar. Ich persönlich hatte mich vorher auf ein Unentschieden festgelegt, zumal mit Roman Weidenfeller unserer Torwart Nummer 1 verletzungsbedingt ausfiel. Als ich abends kurz vor sieben Uhr aus Duisburg von einer eigenen Sportveranstaltung nach Hause kam, stand es 1:2 für den BVB. Unglaublich. Was war denn da los? Dortmund hatte einen Blitzstat hingelegt. Lucas Barrios das 1:0 und Nuri Sahin in der 18. Minute das 2:1 erzielt, nachdem die Bayern zwischenzeitlich den Ausgleich erzielt hatten. Verfolgung eines Fußballspiels über Videotext. Im Radio gab es gelegentlich kurze Zwischentöne zum Spiel. Ich häte ja auch das Internet einschalten können. Aber wie gebannt dass ich vor der Flimmerkiste und zählte die Sekunden. Dann das 1:3 in der 60. Minute durch Mats Hummels. Irre, völlig irre! Das war es aber noch nicht. Verbleibende 30 Minuten wie eine gefühlte Ewigkeit. Nachspielzeit, noch weitere 3 Minuten. Der Radioreporter kommt nochmals zum Zuge:" Die Nachspielzeit eine gefühlte Bestrafung für die Bayern." Im Hintergrund Gesänge aus der Münchener Korruptionsschüssel: "Deutscher Meister wird nur der BVB!" Schlusspfiff, überschäumende Freude! Natürlich Abends zur späten Stunde im ZDF das Sportstudio eingeschaltet. Studiogast: Oliver Kahn. Man weiß gar nicht was schöner war: der Sieg und die 3 Punkte oder die langen Gesichter der Bayern. Interview nach dem Spiel mit Kevin Großkreuz, befragt zu seiner Prognose vor dem Spiel. "Da hatte ich ziemlich große Klappe," meinte er. "Aber niemand könne jetzt sagen, große Klappe und nichts dahinter", strahlte Kevin wie ein Honigkuchenpferd. Wer soll Borussia Dortmund jetzt noch stoppen? Jedes weitere Spiel ist jetzt wie ein Festtag!
Samstag, 19. Februar 2011
Besuch aus dem Freudenhaus

"Zieht den Bayern die Lederhosen aus!" So wurde die Mannschaft nach Spielende vor der Südtribüne begrüßt. 2 : 0 hatte Borussia gegen die Kiezkicker vom FC St Pauli gewonnen. Nur ein Pflichtsieg? Aber immerhin war St Pauli erfolgreich in die Rückrunde der Saison gestartet und hatte zuletzt das Stadtderby gegen den großen HSV gewonnen.
So wurde der "Kultclub", wie er sich gerne selbst sieht, von einer großen und lautstarken Anhängerschaft begleitet. Die St Pauli Fans boten aus meiner Sicht den besten Support einer Gästemannschaft in Dortmund während der laufenden Saison, obwohl es für die Gäste in Dortmund keinen Blumentopf zu gewinnen gab.
Borussia machte wie gewohnt von Anfang an mächtig Dampf. Schon nach 90 Sekunden erfolgte der erste Schuss von Nuri Sahin aus aussichtsreicher Position. Es rollte Angriff über Angriff mit atemberaubenden Tempo und tollen Spielzügen. Was nicht fallen wollte war das Tor. Das kannte man doch schon? Pauli fand auf dem Spielfeld gar nicht statt. Fast schon hatte man sich abgefunden, das schlug dann doch noch Lucas Barrios, von Mitspielern bestens in Szene gesetzt zu. Endlich das erlösende 1:0!!! Ob jetzt der Knoten endlich geplatzt war? Nach der Halbzeit spielte der BVB ungewohnt auf die Nordtribühne. Pauli hatte die Platzwahl gewonnen und sich so eines vermeintlichen psychologischen Vorteils bedient. Half aber nichts. Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit machte Borussia da weiter, wo sie vorher aufgehört hatten. Diesesmal dauerte es aber keine 5 Minuten, bis es im Hamburger Tor einschlug. 2:0 durch...? Das Tor wurde per Lautsprecherdurchsage erneut Lucas Barrios zugeschlagen. Es war aber ein Eigentor. Aber ein schönes. Jetzt wurde im Stadion gefeuert. Meisterschaftsgesänge donnerten durch das Stadion. Auf dem Spielfeld wurde es hingegen ruhiger. Der BVB hatte einen gang raus genommen, blieb aber absolut spielbestimmend. Die Hamburger brauchten nichts zustande. Das wenige was kam wurde hinten souverän abgeräumt. Insbesondere Santana, der für den gesperrten Subotic eingesetzt worden war, zeigte großen Einsatz. Er wurde mit Sprechchören gefeiert. Er war um keinen Deut schlechter als Subotic. Gortmunds Trainer Jürgen Klopp hat da die Qual der Wahl.
Wieder 3 Punkte und Bayern und Leverkusen können spielen wie sie wollen. Jetzt kommt es am kommenden Wochenende zum direkten Vergleich in München. Auch dort hat der BVB Chancen. Letztlich kommt es aber nur darauf an, ob der BVB aus den letzten 11 Spielen soviele Punkte holt, dass die anderen nicht mehr dran kommen. Mit jedem Sieg steigt die Zuversicht!
Das Bild zeigt den neu verlegten Rasen vor dem Spiel. "Spucken verboten," hatte es in einer Karrikatur dazu geheißen.
Mittwoch, 16. Februar 2011
Muss Draxler um acht ins Bett?
Der Schalker Jungprofi und Möchtegern-Schulabbrecher Julian Drachsler sorgt weiter für Schlagzeilen. Jetzt wird er wohl ein Fall für die Gewerbeaufsicht.
Nach dem Tor im Pokalspiel gegen Nürnberg wähnten die Blauen schon einen neuen Stern am Himmel. Doch jetzt ist die Frage zu klären, ob er als 17-Jähriger zu später Stunde überhaupt arbeiten durfte. Gestern in Valentia hat er ja wohl auch zu später Stunde gekickt. Nicht zu vergessen das Derby. Auch da lief Deraxler zu später Stunde auf. Muss das Derby wiederholt werden, weil da ein blauer Spieler unrechtmäßig eingesetzt wurde?
In Paragraf 14 des Jugendarbeitsschutzgesetzes ist eigentlich eindeutig formuliert: "Jugendliche dürfen nur in der Zeit von 6 bis 20 Uhr beschäftigt werden." Ausnahmen sind erlaubt: für Bäckereien und Konditoreien, für "mehrschichtige Betriebe", für das "Gaststätten- und Schaustellergewerbe" - Profisport wird nicht erwähnt. Jetzt könnte man sagen, dass die Gelsenkirchener Kicker ohnehin nur kleine Brötchen backen und dass Draxler somit unter die Ausnahme "Bäckerei" fallen würde.
Oder fällt ein Fußballspiel unter die Ausnahmeregelung für künstlerische Aufführungen des Paragrafen 14? Tatsächlich ist es Jugendlichen erlaubt, bei "Musikaufführungen, Theatervorstellungen und anderen Aufführungen (...) gestaltend mitzuwirken". Es spricht jedenfalls einiges dafür, dass es sich bei der Diskussion um Affentheater handelt!
Nach dem Tor im Pokalspiel gegen Nürnberg wähnten die Blauen schon einen neuen Stern am Himmel. Doch jetzt ist die Frage zu klären, ob er als 17-Jähriger zu später Stunde überhaupt arbeiten durfte. Gestern in Valentia hat er ja wohl auch zu später Stunde gekickt. Nicht zu vergessen das Derby. Auch da lief Deraxler zu später Stunde auf. Muss das Derby wiederholt werden, weil da ein blauer Spieler unrechtmäßig eingesetzt wurde?
In Paragraf 14 des Jugendarbeitsschutzgesetzes ist eigentlich eindeutig formuliert: "Jugendliche dürfen nur in der Zeit von 6 bis 20 Uhr beschäftigt werden." Ausnahmen sind erlaubt: für Bäckereien und Konditoreien, für "mehrschichtige Betriebe", für das "Gaststätten- und Schaustellergewerbe" - Profisport wird nicht erwähnt. Jetzt könnte man sagen, dass die Gelsenkirchener Kicker ohnehin nur kleine Brötchen backen und dass Draxler somit unter die Ausnahme "Bäckerei" fallen würde.
Oder fällt ein Fußballspiel unter die Ausnahmeregelung für künstlerische Aufführungen des Paragrafen 14? Tatsächlich ist es Jugendlichen erlaubt, bei "Musikaufführungen, Theatervorstellungen und anderen Aufführungen (...) gestaltend mitzuwirken". Es spricht jedenfalls einiges dafür, dass es sich bei der Diskussion um Affentheater handelt!
Samstag, 5. Februar 2011
Das blauweiße Auge vom Derby
Selten hätte man aus Borussen Sicht mehr an einem Derbysieg glauben können als diesesmal. 11 Tabellplätze vor den Gelsenkirchenern und doppelt soviele Punkte, nämlich 50 gegenüber 25. Aber, wie sagt man so schön, das Derby hat seine eigenen Gesetze. Trotzdem war die Stimmung bei den BVB-Fans vor dem Spiel zuversichtlich und fast schon fröhlich. Sprechchöre und Gesänge machten gleich deutlich, wer heute ein Heimspiel hat.
Die Dortmunder Mannschaft begann das Spiel mit atemberaubendem Tempo, Spielkombinationen vom Feinsten und einer totalen Feldüberlegenheit. Waren die Blauen dann doch mal im Ballbesitz, dann wurde ihnen dermaßen massiv zugesetzt, dass sie ganz schnell den Ball auch wieder hergeben mussten. Die Dortmunder Überlegenheit war beinahe schon unfassbar. Die Gelsenkirchener wurden im wahrsten Sinne des Wortes schwindlig gespielt. Borussia spielte sich zahlreiche glasklare Chancen heraus. Der Schalker Keeper machte nicht nur ein fehlerfreies Spiel; die Dortmunder Angriffe fehlte die finale Präzision und Durchschlagskraft. Irgendwie wollten sie es vielleicht zu schön machen oder hatten Angst vor der eigenen Courage. Die Kräfteverhältnisse änderten sich in der ersten Halbzeit kaum. In der Pause konnte man allenfalls ein dickes Fragezeichen dahinter machen, ob Borussia dieses irrwitzige Tempo beibehalten konnte. Man hatte ja den Eindruck, dass die Schwarzgelben doppelz soviel liefen wie die Blauweißen. Es war, als wollte Borussia den Gegner geradezu verschlingen.
In der Pause dürfte Schalketrainer Magath seinen Kickern aber wohl mitgeteilt haben, dass sie ruhig auch etwas mehr laufen dürften. Dortmund blieb zwar weiter dominant, aber das Spiel verlagerte sich mehr ins neutrale Mittelfeld. Die Schalker kammen weiterhin selten in die Dortmunder Hälfte; auch in der Abwehr stand der BVB deutlich besser als die Gelsenkirchner. Auch in der zweiten Hälfte gab es guter Dortmunder Torraumszenen, aber nicht mehr so häufig und zwingend wie zuvor. Irgendwie hatte man den Eindruck, dass es mit dem Tor nichts werden würde, denn zuviele Chancen waren schon vertan. Weit forgeschritten in der zweiten Halbzeit gab es dann doch mal einen gefährlichen Vorstoss der Gelsenkirchener. Ein Dortmunder Spieler konnte den Ball gerade noch vor der Linie wegschlagen; Roman Weidenfeller war bereits geschlagen. Das wär was gewesen. Wirklichen Druck konnten die Schalker aber nicht aufbauen. Auf der anderen Seite vergab unsere Mannschaft auch die letzten guten Chancen und beraubten sich so um den verdienten Sieg.
Fazit:
Das Spiel zwar nicht gewonnen; aber die aus der Tabelle sichtbaren Kräfteverhältnisse wurden klar bestätig. Die Nummer 1 im Pott sind wir. Die Schalker hatten Glück und dürfen sich bei ihrem sehr guten Torwart bedanken. Sie wurden zwar über weite Phasen in Grund und Boden gespielt, sind dann aber mit einem blauweißen Auge wieder nach Hause gefahren.Trotz des Unentschiedens hat die Dortmunder Mannschaft nicht enttäuscht. Sie hat über weite Strecken überragend gespielt und wird bis zum Saisonende noch das ein oder andere Spiel gewinnen. Und dann wird mansehen, wohin das geführt hat.
"Feindberührungen" gab es praktisch nicht. Es ist immer gut, wenn man sehr frühzeitig im eigenen Stadion ist. Nach dem Spiel ist man von der Südtribüne schneller am Bahnhof als aus dem Gästeblock und kann so den Kontakt vermeiden. Erst am Busbahnhof in Recklinghausen versuchte ein versprengter Schalkefan zu pöbeln. Das Beste ist solche Leute zu ignorieren. Das hat auch in diesem Fall geholfen. "Diskussionen" führen eh zu nichts.
Die beiden kleinen Videos stammen vor dem Spie. Zum einen ist der "freundliche Empfang" für die einlaufenden Schalker festgehalten Zum anderen das Kultlied "You`ll never walk alone" von der Südtribüne.
Die Dortmunder Mannschaft begann das Spiel mit atemberaubendem Tempo, Spielkombinationen vom Feinsten und einer totalen Feldüberlegenheit. Waren die Blauen dann doch mal im Ballbesitz, dann wurde ihnen dermaßen massiv zugesetzt, dass sie ganz schnell den Ball auch wieder hergeben mussten. Die Dortmunder Überlegenheit war beinahe schon unfassbar. Die Gelsenkirchener wurden im wahrsten Sinne des Wortes schwindlig gespielt. Borussia spielte sich zahlreiche glasklare Chancen heraus. Der Schalker Keeper machte nicht nur ein fehlerfreies Spiel; die Dortmunder Angriffe fehlte die finale Präzision und Durchschlagskraft. Irgendwie wollten sie es vielleicht zu schön machen oder hatten Angst vor der eigenen Courage. Die Kräfteverhältnisse änderten sich in der ersten Halbzeit kaum. In der Pause konnte man allenfalls ein dickes Fragezeichen dahinter machen, ob Borussia dieses irrwitzige Tempo beibehalten konnte. Man hatte ja den Eindruck, dass die Schwarzgelben doppelz soviel liefen wie die Blauweißen. Es war, als wollte Borussia den Gegner geradezu verschlingen.
In der Pause dürfte Schalketrainer Magath seinen Kickern aber wohl mitgeteilt haben, dass sie ruhig auch etwas mehr laufen dürften. Dortmund blieb zwar weiter dominant, aber das Spiel verlagerte sich mehr ins neutrale Mittelfeld. Die Schalker kammen weiterhin selten in die Dortmunder Hälfte; auch in der Abwehr stand der BVB deutlich besser als die Gelsenkirchner. Auch in der zweiten Hälfte gab es guter Dortmunder Torraumszenen, aber nicht mehr so häufig und zwingend wie zuvor. Irgendwie hatte man den Eindruck, dass es mit dem Tor nichts werden würde, denn zuviele Chancen waren schon vertan. Weit forgeschritten in der zweiten Halbzeit gab es dann doch mal einen gefährlichen Vorstoss der Gelsenkirchener. Ein Dortmunder Spieler konnte den Ball gerade noch vor der Linie wegschlagen; Roman Weidenfeller war bereits geschlagen. Das wär was gewesen. Wirklichen Druck konnten die Schalker aber nicht aufbauen. Auf der anderen Seite vergab unsere Mannschaft auch die letzten guten Chancen und beraubten sich so um den verdienten Sieg.
Fazit:
Das Spiel zwar nicht gewonnen; aber die aus der Tabelle sichtbaren Kräfteverhältnisse wurden klar bestätig. Die Nummer 1 im Pott sind wir. Die Schalker hatten Glück und dürfen sich bei ihrem sehr guten Torwart bedanken. Sie wurden zwar über weite Phasen in Grund und Boden gespielt, sind dann aber mit einem blauweißen Auge wieder nach Hause gefahren.Trotz des Unentschiedens hat die Dortmunder Mannschaft nicht enttäuscht. Sie hat über weite Strecken überragend gespielt und wird bis zum Saisonende noch das ein oder andere Spiel gewinnen. Und dann wird mansehen, wohin das geführt hat.
"Feindberührungen" gab es praktisch nicht. Es ist immer gut, wenn man sehr frühzeitig im eigenen Stadion ist. Nach dem Spiel ist man von der Südtribüne schneller am Bahnhof als aus dem Gästeblock und kann so den Kontakt vermeiden. Erst am Busbahnhof in Recklinghausen versuchte ein versprengter Schalkefan zu pöbeln. Das Beste ist solche Leute zu ignorieren. Das hat auch in diesem Fall geholfen. "Diskussionen" führen eh zu nichts.
Die beiden kleinen Videos stammen vor dem Spie. Zum einen ist der "freundliche Empfang" für die einlaufenden Schalker festgehalten Zum anderen das Kultlied "You`ll never walk alone" von der Südtribüne.
Abonnieren
Kommentare (Atom)