Samstag, 2. April 2011

Ole Dede


Nach dem vereitelten Sprengstoffanschlag auf das Stadion oder auf das Umfeld, wurde dann am Samstag vor ausverkaufter Hütte mit mehr als 80.000 Zuschauern doch noch Fußball gespielt. 14 Tage waren seit dem Frustspiel gegen Mainz vergangen. Der BVB hatte da wirklich nicht geglänzt. Und irgendwie ist man ja auch schon verwöhnt durch viele sehr gute Spiele. Die Stimmung auf der Südtribüne war mit Spielbeginn endlich mal wieder super, so als ob alle begriffen hätten, dass man noch einmal richtig Gas geben musste. Von Anfang an gab es leidenschaftliche Unterstützung für die Mannschaft. Der Tabellendritter aus Hannover war kein Kanonenfutter. Nur mühsam erarbeitete sich der BVB eine leichte Überlegenheit. Eine echte Dominanz war das aber eher nicht. Es gab einige Torchancen in Hälfte eins. Die beste vergab Barrios freistehend. Unfassbar! Hannover war nicht schlecht, aber nicht wirklich gefährlich, jedenfalls aus der Sicht von der Südtribüne.

Die zweite Halbzeit sollte turbulent werden. Schock gleich zu Beginn. Hannover erzielt gleich zu Beginn das überraschende 0:1 vor der Südtribüne. Die Niedersachsen konnten vor dem Dortmunder Tor ungehindert kombinieren und aus kürzester Entfernung schlug der Ball ins Netz ein. Mitten ins Herz der BVB Fans. Die Dortmunder Abwehr sah da sehr schlecht aus. Auweia! Und was jetzt folgte nennt man wohl einen günstigen Spielverlauf. Nur kurz nach dem Rückstand erfolgte nämlich der Ausgleich durch Mario Götze. Der setzte sich gegen mehrere Gegenspieler technisch gekonnt durch. Dem Frust folgte jetzt unbeschreiblicher Jubel beim Dortmunder Anhang. Wer meinte, die Stimmung sei nicht mehr zu toppen, wurde nur wenige Minuten später eines Besseren belehrt. Lucas Barrios erzielte per Kopf die Führung. Ein Jubel wie ein Orkan, das Stadion erzitterte. Worte reichen nicht aus, man muss so etwas erlebt haben. Jetzt dominierte Dortmund. Hannover schien eingeschüchtert und spätestens als Lucas Barrios das 3:1 nachlegte, hatten sie sich ergeben. Nach dem Tor hielt es selbst Roman Weidenfeller nicht mehr in sein Tor. Er sprintete 100 Meter bis in den Straufraum vor der Nordtribüne um mitzufeiern. War das jetzt schön bis zum Abpfiff des Schiedsrichters. Aber zuvor machte Kevin Großkreuz nach einem Zuckerpass von Lucas Barrios das 4:1. "Wir sind alle Dortmunder Jungs", erschallte es von der Südtribüne und auch die Mädels sangen das jetzt mit.

Abpfiff und weiterfeiern. Im Mittelpunkt Leonardo Dede, der ja leider nur noch Ersatzspieler ist. Seitdem bekannt ist, dass er nach 13 Jahren den BVB verlässt, gibt es die nicht enden wollenden Sprechchöre "Ole Dede", vor dem Spiel mit dem Einlaufen der Mannschaft und nach dem Spiel erneut. Wahre Liebe im Profofussball? Hier gibt es sie ausnahmsweise mal tatsächlich. Dede hat 13 Jahre lang Topleistungen gezeigt. Hat gekonnt Einsatz, Laufbereitschaft und Disziplin mit brasilianischer Ballspielkunst verbunden. Keine Starallüren. Und als es dem Verein schlecht ging, der Bankrott drohte und er Angebote aus dem Ausland bekam ist er geblieben. Und man nimmt es ihm ab, wenn er sagt, dass er den Verein und die Fans mag. Und umgekehrt ist es genau so. Das wird noch ein langer Abschied!

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