Wer wie ich seit über 15 Jahren auf der Südtribüne die Heimspiele von Borussia Dortmund verfolgt, reibt sich gelegentlich die Augen, muss sich vergewissern, dass es kein Traum ist. Der BVB ist nicht nur Spitzenreiter. Diese junge Mannschaft spielt Fußball, dass es Spaß macht zuzuschauen. Man freut sich auf die Spiele. So ist dann die Stimmung schon vor Spielbeginn auf der Südtribüne ausgelassen fröhlich, erwartungsfroh und ja auch mitreißend, so wie zuletzt gegen den HSV und Borussia Mönchengladbach.
Vor dem Hamburg-Spiel trat Nena auf und sang „unser“ Lied „Ich geh mit Dir wohin Du willst“. Klar, dass die Südtribüne voll mitmachte. Der Auftritt war ein Dank des Vereins an die Fans für die Unterstützung. Als danach You`ll never walk alone“ angestimmt wurde dachte ich, schöner kann es nicht mehr werden. Soviel Stimmung schon vor dem Spiel? Doch die Mannschaft sorgte für weiter Höhepunkte während des Spiels, auch wenn sich die Mannschaften in der ersten Halbzeit neutralisierten und Trraumszenen fast völlig fehlten. In der zweiten Halbzeit wurde der HSV an die Wand gespielt, das Spiel mit 2:0 gewonnen.
Und gestern gegen die „kleine“ Borussia aus Gladbach, hier auch liebevoll die „falsche“ Borussia genannt. Der BVB machte mächtig Tempo und es gab schöne Spielzüge, große Laufbereitschaft (wie immer) und man konnte keinen Zweifel haben, wer gewinnen würde. Bis die Gladbacher nach gut dreißig Minuten mit einem schönen Schuss von Reuss (?) in Führung gingen. Aber auf Grund der Erfahrungen der letzten Wochen blieb auf Dortmunder Seiter die Zuversicht, auch wenn in Folge die Spielanlage nicht mehr so zwingend war. Dass Neven Subotic in der Nachspielzeit mit einem Kopfball der Ausgleich gelang, war ein enorm günstiger Zeitpunkt. Die Gladbacher wurden damit verunsichert in die Halbzeitpause geschickt. Es dauerte nach Spielbeginn einige Minuten bis Borussia dem Gegner wieder ihr Spiel aufdrücken konnte. Danach vielen endlich zwangsläufig die Tore. Shinji Kakawa umkurvte nach einem Traumpass von Mario Götze Gladbachs guten Torwart und erzielte die Führung. Riesenjubel im Stadion. Schade nur, dass einige es lustig finden Bierbecher nach unten zu werfen. Ich bekam eine volle Ladung in den Nacken. Bei eisigen Temperaturen ein besonderes Vergnügen. Doch keine Zeit zu lamentieren. Borussia machte weiter Dampf. Kevin Großkreuz nach einem Zauberhackentrick von Lucas Barrios und dann noch Lucas selbst schossen das 4:1 heraus. Nicht, dass die Gladbacher keine Torchancen hatten. Zum einen zeigte Roman Weidenfeller in unserem Tor, dass er dem hohen Niveaue der Mannschaft entspricht. Und zum anderen war die kleine Borussia doch restlos überfordert.
Auf der Südtribüne wurden die Meisterschaftsgesänge angestimmt. Das ist doch auch nachvollziehbar. Ist aber gut, dass Spieler und Offizielle den Ball flach halten und das Wort von der „M... „ nicht in den Mund nehmen. Die Bayern haben sich stabilisiert und die 14 Punkte Rückstand sind ja deutlich weniger als der 24 Punkte-Rückstand der Truppe aus Gelsenkirchen.
Genießen wir die Situation; es gibt schließlich Schlimmeres.
Sonntag, 28. November 2010
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