Montag, 19. April 2010

Verschenkte Punkte gegen harmlose Hoffenheimer



1 : 1 beim vorletzten Heimspiel und der Chance auf den dritten Tabellenplatz zu klettern. Kein Wunder, dass das Stadion mit 80.100 Zuschauern rappelvoll ist. Nach den Heimerfolgen gegen Leverkusen und Bremen sollte es doch gegen die schwächelnden Hoffenheimer klappen. Hustekuchen. Wie man ja inzwischen weiss. Nach dem frühen verletzungsbedingten Ausscheiden von Zidan und Sahin konnte man nachvollziehbar eine gewisse Verunsicherung registrieren. Valdez für Zidan bedeutete sicher keine Schwächung des Teams. Doch bei Hejnal war schon mangelnde Spielpraxis zu vermerken. Borussia war in der ersten Spielhälfte spielüberlegen. Hatte auch einige Torchancen. Doch riesig war das auch nicht, was sich vorne abspielte.
Hoffenheim? Nichts!

2. Halbzeit. Der BVB macht nach der Pause Druck und es geht ganz schnell. Barrios köpft den Ball ins Tor. Der Schiedsrichter gibt das Tor nicht. Warum nicht? Ich war gut 100 Meter davon entfernt. Aber auch später konnte es mir keiner erklären. Zehn Minuten später. Jetzt köpft Valdez den Ball ins Tor. Und diesesmal zählt es. Jubelgesänge im Stadion.
Der BVB bleibt spielbestimmend. Aber agiert sichtbar vorsichtiger. Bei BVB-Standards (Ecken und Freistößen) sichern drei bis vier schwarzgelbe fast an der Mittellinie ab. Es ist klar, die wollen das Ergebnis in erster Linie halten. Oh, oh. Aber die Hoffenheimer entwickeln weiterhin; nichts!

Ganz wohl ist einem beim Zuschauen nicht. 1:0 ist eng. Aber das Spiel ist ja gleich vorbei. Jetzt kommen die Hoffenheimer doch mal nach einem Abspielfehler im Mittelfeld. Da greift doch keiner richtig an. Auch Owomoyela nicht. Flanke von links. Im Strafraum ein Kopfball. Drin. Riesiges Entsetzen bei 79.000.
800 mitgereiste Hoffenheimer jubeln. Ich fluche ohne Ende und weiß noch nicht, dass es ein Eigentor war. Dem sonst so zuverlässige Hummels passiert dieses Mißgeschick.

Und sonst? Habe das Spiel von der Nordtribüne verfolgt. Meine Dauerkarte hatte meine Tochter. Ich hatte ja an einem 25 Km-Lauf teilnehmen wollen. Laufen geht bei mir derzeit nicht. So habe ich mir auf den letzten Drücker noch eine Karte besorgt. Nordribüne? Naja: ziemlich ruhig. Haben aber bei gelungenen Szenen brav geklatscht. Und einmal im Wechsel zur Süd mit anderen Tribünen "BVB" gerufen. Totale Emotionen gibt es halt nur auf der Süd.

Beigeschmack: Auf der Süd gab es wieder Spruchbänder gegen Hoffenheims Gönner Dietmar Hopp. Vielleicht vertrage ich nicht genug Alkohol um es zu verstehen. Ob das Geld von "Gazprom" oder "Evonik" besser riecht?

Sonntag, 4. April 2010

Europapokal

Borussia gegen Werder Bremen. Der Tabellenvierte gegen den Tabellenfünften. Ein vorentscheidendes Spiel zur Erreichung eines Tabellenplatzes, der die Teilnahme am Europapokal berechtigen würde. Im Falle eines Sieges wäre Dortmund weiter gut im Rennen. Im umgekehrten Falle würde es wieder sehr eng. Werder hatte seit acht Spieltagen nicht nehr verloren. Von der Besetzung der Mannschaft eigentlich deutlich höher einzustufen als der Tabellenplatz. Es war klar, dass es ein schweres Spiel werden würde, mit ungewissem Ausgang. Die Stimmung war schon vor dem Spiel riesig. Mehr als 80.000 im Stadion.

Dortmund begann sehr stark. Setzte gleich die Akzente, machte Druck. Dass schon nach 10 Minuten die Führung gelang, war trotzdem überraschend. Owomoyela hatte von rechts geflankt. Der Dortmunder Junge Kevin Großkreuz köpfte den Ball über Bremens Torhüter Wiese ins Netz. Dass es Großkreuz war, konnte ich allerdings erst auf der Leinwand in der Wiederholung erkennen. Ein Auftakt nach Maß. Dortmund blieb danach weiter spielbestimmend. Nicht dass Werder schlecht spielte. Bis zur 17. Minute gelangen Werde fünf Ecken. Aber richtig gefährlich war das nicht. Schon in der 24. Minute das 2:0 nach einer Ecke durch Subotic. Habe ich auch erst wieder auf der Leinwand erkannt. Die Entfernung von der "Süd" zur "Nord" ist doch beträchtlich. Jetzt kochte das Stadion. Wer hätte das gedacht? Doch 2:0 gegen Bremen bedeutet nichts. Die haben oft genug bewiesen, dass sie sowas schnell umdrehen können. Als ob der Spielverlauf im eigenen Stadion nicht schon genug gewesen wäre. Dann kamen aber die Zwischenstände aus Gelsenkirchens größter Bierbude. Die Bayern machten zwei schnelle Tore. Bei Vermeldung der Zwischenstände rastete die Südtribüne völlig aus. Nicht dass die Bayern irgendwelche Sympathie genießen würde. Aber die Meisterschaft für die Blauen? Dann die Schale doch lieber nach München, das ist weiter weg und man müsste sich nicht die blöden Kommentare aus der Nachbarschaft anhören. Nach dem der Jubel verklungen war kam Bremen besser ins Spiel und hatte gute Torchancen. Doch bis zur Halbzeit ging noch alles gut zu Ende.

Zur Halbzeit wurde Kehl durch Bender ersetzt. Es spielte zunächst nur noch eine Mannschaft. Das war Werder. Der BVB war stark unter Druck. Unnötige Ballverluste und verlorene Zweikämpfe schon in der eigenen Spielhälfte. Das Anschlusstor lag in der Luft. Es ließ auch nicht lange auf sich warten. Wieder ein Fehlpass im Mittelfeld. Die Bremer waren sehr schnell vor dem Dortmunder Tor und gegen den Schuss von Aron Hunt hatte Weidenfeller keine Chance. Das konnte ja was werden, zumal Werder weiter anstürmte. Jetzt gab es aber auch einige Dortmunder Konter. Vielleicht konnte ein Glückstreffer das Spiel doch noch vorzeitig entscheiden. Auf dem Spiel ging es jetzt hin und her. Werder war immer noch spielstärker. Die Dortmunder Konterchancen hätten inzwischen aber eine Vorentscheidung bringen können. Die Stimmung im Stadion war großartig. Vor allem die Südtribüne begriff, dass die eigene Mannschaft Unterstützung brauchte. Inzwischen waren Zidan und Hummels vom Platz; dafür kamen Hajnal und Santana. Die Bremer mussten ihrem Sturmlauf Tribut zollen. Schmelzer und zweimal Lucal Barrios hätten jetzt alles klar machen müssen. Jetzt zeigte Wiese gute Reaktionen, nachdem sich bis dato Weidenfeller eine gute Note schon verdient hatte. In den Schlussminuten lebte das Spiel von der Spannung. Die Stimmung brodelte. Jürgen Klopp hielt es nicht mehr auf die Bank. In Richtung Osttribüne ruderter er mit den Armen und gestikulierte. "Jetzt helft doch mit", so die Botschaft. Und tatsächlich, jetzt rührten sich auch die Zuschauer auf den teuren Sitzplätzen. Das Stadion bebte. Ob es geholfen hat? Jedenfalls wurde das Ergebnis gehalten. Der Schlusspfiff ging im ohrenbetäubendem Jubel unter.

Die Mannschaft wurde minutenlang gefeuert. Das 2:1 ein großer Schritt in Richtung Europapokal. Dann die Endergebnisse aus den anderen Stadien. Gelsenkirchen verliert und auch Leverkusen lässt die Punkte in Frankfurt. Ein Jubeltag im schönsten Stadion der Welt.

Nachtrag: Haburg erzielt zu Hause nur eine Nullnummer gegen Hannover. Gut für uns. Die Ausgangsposition vor den letzten fünf Spielen ist jetzt gut. Aber entschieden ist noch gar nichts.

Bei den Videos müsste eigentlich das unterste ganz nach oben; es war nach dem 2:0 durch Subotic. Dann die Zwischenstände aus Ge und schließlich nach dem Schlusspfiff.